• „Mit der Erfindung der Töpferkunst wurde die erste technische Erfindung gemacht, die zur Einsicht in chemische Prozesse führte.

    „Mit der Erfindung der Töpferkunst wurde die erste technische Erfindung gemacht,
    die zur Einsicht in chemische Prozesse führte.“

    Erich Fromm (1900-1980)
    deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe

    • „Mit der Erfindung der Töpferkunst wurde die erste technische Erfindung gemacht, die zur Einsicht in chemische Prozesse führte.
    • „Wenn man an eine schöpferische Tätigkeit denkt, so hat man stets das freie Wirken des Töpfers vor Augen, der „Formen schafft, wo zuvor keine Form war.“
  • „Wenn man an eine schöpferische Tätigkeit denkt, so hat man stets das freie Wirken des Töpfers vor Augen, der „Formen schafft, wo zuvor keine Form war.“

    „Wenn man an eine schöpferische Tätigkeit denkt, so hat man stets das freie Wirken des Töpfers vor Augen, der „Formen schafft, wo zuvor keine Form war.“

    Vere Gordon Childe (1892-1957)
    australisch-britischer Archäologe

    • „Mit der Erfindung der Töpferkunst wurde die erste technische Erfindung gemacht, die zur Einsicht in chemische Prozesse führte.
    • „Wenn man an eine schöpferische Tätigkeit denkt, so hat man stets das freie Wirken des Töpfers vor Augen, der „Formen schafft, wo zuvor keine Form war.“

Esras Clown

„Göttin“ auf dem Leopardenthron, Darstellung aus Çatalhöyük (Türkei, 8. Jahrtausend v. Chr.)

Erich Fromm und Vere Gordon Childe
Erste Keramiken aus Çatal Höyük

Der britische Archäologe James Mellaart entdeckte im Jahr 1958 bei einer Erkundungsfahrt durch Anatolien einen Hügel, der aus steinzeitlichen Siedlungsschichten bestand.
Der Hügel liegt an einer Weggabelung und heißt daher auf türkisch Catal Höyük (çatal (Gabel, Gabelung), höyük (Hügel). Mellaart begann im Jahre 1961 mit den Ausgrabungen, die bis in das Jahr 1965 dauerten. 1993 nahm Ian Hodder die Grabungen wieder auf.

Çatal Höyük war ca. 1200 Jahre ununterbrochen bewohnt. Çata Höyük kann als ein äußerst ungewöhnlicher Ort gelten, wenn man die Wandgemälde, die wunderschönen Plastiken aus Ton und die Ausstattungen der Wohnhäuser betrachtet.
Immerhin muss man bedenken, dass wir eine Stadt aus der Steinzeit bzw. aus der Jungsteinzeit vor uns haben.
Nirgendwo haben Archäologen Spuren von Gewalt, barbarische religiöse Menschenopfer oder Plünderungen gefunden.
Es war wohl eine Kultur der Mitmenschlichkeit, die es so nicht mehr gegeben hat. Nie mehr wurde in der Menschheitsgeschichte eine solche soziale Kultur erreicht.
Ausnahmen bildeten vielleicht einige sehr abgelegene, isolierte Gebiete.

Anscheinend ist die “Erfindung” der Gefäßkeramik auf veränderte Kochsitten in Çatal Höyük zurückzuführen. Die Ausgrabungen förderten zahlreiche Figurinen zu Tage.
Die berühmteste Figur ist die “Göttin auf dem Leoparden Thron”. James Mellaart fand das Exemplar neben anderen üppigen Plastiken in einem Getreidespeicher eines Hauses in Schicht Ⅱ.
Einige dieser historischen Plastiken erinnern mich stark an Arbeiten von Kindern, mit denen ich gearbeitet habe.

Erich Fromm und Çatal Höyük

Zum Abschluss dieses Textes über Çatal Höyük ein Zitat des deutsch-amerikanischen Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm aus seinem Werk “Anatomie der menschlichen Destruktivität”:

„Es dauerte noch zwei- bis dreitausend Jahre, bis eine neue Erfindung gemacht wurde, die dadurch notwendig wurde, dass man die Nahrungsmittel aufbewahren musste: die Töpferei. (Körbe wurden schon früher hergestellt.)
Mit der Erfindung der Töpferkunst wurde die erste technische Erfindung gemacht, die zur Einsicht in chemische Prozesse führte.
Unleugbar war „die Herstellung eines Gefäßes ein hohes Beispiel menschlicher Schöpfungskraft“(V. G. Childe, 1936)*.
So kann man innerhalb der Jungsteinzeit ein „vorkeramisches“ Stadium unterscheiden, das heißt eine Periode, in der die Töpferkunst noch nicht erfunden war, und das keramische Stadium.
Einige ältere Dörfer in Anatolien, wie z. B. die älteren Schichten von Hacilar, waren vorkeramisch, während Çatal Hüyük eine Stadt mit einer reichen Töpferkunst war.

*) Vere Gordon Childe gibt zu diesem Thema einen interessanten Kommentar: „Der Lehmklumpen war vollkommen plastisch; der Mensch konnte ihn nach Belieben formen. Wenn er ein Werkzeug aus Stein oder Knochen hergestellt hatte, waren ihm dabei immer durch die Form oder die Größe des ursprünglichen Materials Grenzen gesetzt; er konnte nur etwas davon wegnehmen. Der Tätigkeit der Töpferin sind dagegen keine derartigen Grenzen gesetzt. Sie kann ihren Lehmklumpen ganz nach Belieben formen. Sie kann auch etwas hinzufügen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob die Nahtstellen auch halten werden. Wenn man an eine schöpferische Tätigkeit denkt, so hat man stets das freie Wirken des Töpfers vor Augen, der „Formen schafft, wo zuvor keine Form war.“ Die Gleichnisse der Bibel, die dem Töpferhandwerk entnommen sind, illustrieren dies.“ (V. G. Childe, 1936).”
(Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität,1974, Die neolitische Revolution, S.175)

Linksammlung zu Çatal Höyük:

Çatal Höyük: Stanford Figurines Project (englisch)
Çatal Höyük: Offizielle Homepage (englisch)
Artikel Daily Mail: Ancient figurines were toys not mother goddess statues (englisch)
Großes UPDATE Çatal Höyük von Gabriele Uhlmann (deutsch)
Çatal Höyük für Kinder (englisch)

 

Vier Videos zu Çatal Höyük: